Mehr Effizienz bei organischen Düngemitteln: Wie wird PIADIN® richtig dosiert?

Was ist richtig? 3 oder 7 l/ha PIADIN® zu Gülle oder Gärrückständen?

Wie wird PIADIN® richtig dosiert?

Organische Düngemittel sind in Kombination mit Mineraldüngern die Mittel der Wahl für hohe Erträge und gleichzeitig für eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Sie haben nur ein Problem: Je nach Art, Menge und Zeitpunkt der Ausbringung ist die N-Ausnutzung unzulänglich. Diese zu verbessern, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist die Zugabe von PIADIN® zu Gülle/Gärrückständen. Meist in Kombination mit anderen Maßnahmen, wie beispielsweise der umgehenden Einarbeitung in den Boden, die den enthaltenen Ammoniumstickstoff im Boden bindet.

Die neue Düngeverordnung (DüV) zwingt dazu, große Güllemengen im Frühjahr so schnell als möglich auf das Feld zubringen. Folgerichtig wird Gülle unter feuchten und kühlen Bedingungen zunächst überwiegend in Getreidebeständen ausgebracht. Die von der DüV vorgeschriebenen Ausbringeverfahren begünstigen ein schnelles Eindringen der Gülle in die Erde. Auch Ammoniakverluste halten sich so in engen Grenzen. Gleichzeitig kann sich aber durch Frost, zu viel Niederschlägen oder wassergesättigtem Boden die Gülleausbringung weiter verzögern. Das fordert eine Menge Geduld und Verständnis, gerade wenn die Lager bis obenhin voll sind.

Nitrifikationsinhibitoren sind dann eine willkommene Erleichterung, denn durch die Zugabe von PIADIN® kann der enthaltene Ammoniumstickstoff vor Verlusten aus der Nitratform geschützt werden. Dies ist insbesondere wichtig, wenn der Gülleausbringung ausgiebige Niederschläge folgen. Wie Versuche zeigen, steigen durch die Anwendung in Wintergetreide die Erträge im Mittel um drei Prozent und die N-Entzüge um fünf Prozent. Dieser, zusätzlich den Pflanzen zu Gute kommende, Stickstoff gelangt weder als Nitrat ins Grundwasser noch als Lachgas oder elementarer Stickstoff in die Atmosphäre.

Aufwandmengen von 5 bis 7 l/ha PIADIN® sind erforderlich. Die höheren Mengen sind bei früher Applikation (Februar/März) zu Weizen und die niedrigen (März/April) bei späterer Anwendung zu Gerste notwendig. Sind die Flächen gut befahrbar kann ab März, besser jedoch April, mit der Ausbringung von Gülle/Gärrückstand für den Mais oder andere Sommerkulturen begonnen werden. Auch hier gilt es die Gülle so schnell als möglich einzuarbeiten, damit soviel als möglich Ammonium im Boden für die spätere Ernährung der Pflanzen gebunden werden kann. Je weiter Gülleausbringung und Aussaat auseinanderliegen, umso höher muss die Aufwandmenge von PIADIN® ausfallen. Mais beginnt sehr spät mit einer höheren, aber langanhaltenden N-Aufnahme. Deshalb sind zu Anfang 6 l/ha PIADIN® notwendig, die sich dann auf 5 l/ha verringern, wenn Aussaat und Gülleausbringung zeitlich sehr nahe beieinanderliegen.

Niedrigere Aufwandmengen von 3 l/ha PIADIN® sind ausnahmslos auf das Strip-Till-Verfahren begrenzt. Hier wird durch die Depotwirkung der streifenförmigen Gülle- und PIADIN®-Ablage im Boden ein hoher Wirkungsgrad erzielt, der diese Reduzierung erlaubt. Versuche im Mais zeigen im Mittel um sieben Prozent höhere Erträge und neun Prozent höhere N-Entzüge. Das wird allerdings nur selten optisch sichtbar.

Insgesamt wird deutlich, dass PIADIN® sein Wirkungspotential am besten in den durch die DüV vorgeschriebenen frühen Güllegaben entfalten kann. 

Höhere Erträge und N-Entzüge helfen dann nicht nur, den Vorschriften des Gesetzgebers gerecht zu werden, sondern verbessern auch das wirtschaftliche Betriebsergebnis.

 

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