Stickstoffbilanz im Auge behalten - Rapsdüngung nach neuer Düngeverordnung

Die Rapsbestände auf den Feldern sind zurzeit sehr unterschiedlich. In Abhängigkeit von den Aussaatbedingungen sowie vom Witterungsverlauf im Herbst und über Winter ist von schwach entwickelten bis hin zu sehr üppigen Beständen alles zu finden. Die vielerorts überdurchschnittlichen Niederschläge führten zu einer starken Verlagerung von Stickstoff und von Schwefel. Das ist in der Düngungsstrategie zu berücksichtigen.

Stickstoffbilanz im Auge behalten - Rapsdüngung nach neuer Düngeverordnung

Durch die nun geltende neue Düngeverordnung (DüV) sind sowohl bei der N-Bedarfsermittlung als auch bei der N-Bilanzierung neue Bestimmungen verbindlich. Die DüV sieht für jede Kultur eine maximal zu düngende N-Menge vor. Diese ist am mittleren Ertrag der letzten drei Jahre gekoppelt. Die Düngebedarfsermittlung orientiert sich dabei an einem Basiswert für den Ertrag. Dieser liegt für Raps bei 40 dt/ha und sieht einen N-Bedarf von 200 kg N/ha vor. Entsprechend der tatsächlichen Ertragserwartung sind bei Abweichungen vom Basisertrag Korrekturen vorzunehmen. Für je 5 dt/ha Mehrertrag sind Zuschläge in Höhe von 10 kg N/ha und für jeweils 5 dt/ha Minderertrag Abschläge in Höhe von 15 kg N/ha anzurechnen. Von dem sich daraus ergebenen Bedarfswert werden die Nmin-Werte (0 bis 90 cm) sowie gegebenenfalls eine N-Nachlieferung aus der Vorfrucht (bei Getreidevorfrucht kein Abzug) abgezogen. Erfolgte im Vorjahr eine organische Düngung, so ist diese mit zehn Prozent vom Gesamt-N vom Bedarfswert abzuziehen. Auf humosen Standorten (mehr als vier Prozent Humus) sind weitere 20 kg N/ha abzuziehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Bedarfsermittlung nicht gleichzusetzen ist mit der ebenfalls verpflichtenden N-Bilanz (= N-Zufuhr - N-Abfuhr). Wird der anfänglich unterstellte Ertrag oder die Qualität nicht erreicht, so sinkt der N-Entzug und somit die N-Abfuhr. Die Bilanz wird schlechter. Das dreijährige Mittel darf bei maximal 50 kg N/ha liegen.

Ziel muss sein, möglichst viel des zugeführten Stickstoffs wieder als Ertrag vom Feld abzufahren. Dabei gilt es zu verhindern, dass zugeführter Stickstoff über die Luft (NH3, N2O, N2) oder durch Auswaschung (NO3-) verloren geht. Die Weltneuheit ALZON® neo-N vereint die Vorzüge von Nitrifikations- und Ureaseinhibitor in einem Dünger. Ammoniakverluste nach der Ausbringung sind nahezu ausgeschlossen, der Nitrifikationsinhibitor schützt das Ammonium (NH4+) über Wochen hinweg vor Auswaschung. So stehen der Pflanze jederzeit ausreichend Nährstoffe gemäß ihrem Bedarf zur Verfügung. Dies bildet die Basis für maximale N-Effizienz.

Aus den zahlreichen Versuchen der SKW Stickstoffwerke Piesteritz ist bekannt, dass mit ALZON® neo-N gegenüber einem konventionellen Harnstoff im Mittel Steigerung von Ertrag und Qualität um jeweils zwei Prozent möglich sind. In Summe kann die Bilanz dadurch um 5 bis 10 kg N/ha entlastet werden (siehe Tabelle).

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Grundsätzlich gilt, schwache Bestände sollten zeitig angedüngt werden. Bei sehr üppigen Beständen sollte mit der Düngung mitunter noch etwas gewartet werden. Besonders auf leichten Standorten mit viel Niederschlag muss gleich zu Beginn die Schwefelversorgung Beachtung finden. Unter Schwefelmangel leidende Pflanzen können Stickstoff nicht effizient nutzen.

 

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